Die Sprechstunde von Prof. Ettel findet in der KW 51 statt am Mittwoch, 19.12.2018, 10.00 - 11.00 Uhr.

A K T U E L L E S

Von Zeit zu Zeit werden unter dieser Rubrik Vorträge, öffentliche Veranstaltungen, Ausgrabungstermine, erscheinende Publikationen und andere Aktivitäten des Seminars für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie veröffentlicht.


Am 10.01.2019 findet der nächste Kolloquiumsvortrag im Wintersemester 2018/2019 statt.

Um 18.00 Uhr s.t. spricht Dr. des. Matthias Rupp (Stadtarchäologie Jena) "Von Nadlern, Töpfern, Glockengießern -  Städtisches Handwerk in Jena im 13.-16. Jahrhundert" im Hörssal 024 des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1, EG)


Teaser: Wie in vielen mittelalterlichen Städten bot auch Jena dem Handwerk dank des Schutzes seiner Arbeitsplätze und der Schaffung eines gesicherten Absatzmarktes die Möglichkeit, sich zu einer eigenständigen Berufsgattung zu entwickeln. Schon bald bildeten Handwerker das Rückgrat des städtischen Wirtschaftsgefüges und trugen neben dem Handel wesentlich zur Prosperität der Stadt bei. Die Gewerke deckten einen Großteil des Bedarfs der Bevölkerung an Waren und Dienstleistungen, wobei eine fortschreitende Tendenz zur Spezialisierung erkennbar ist. Seit dem 14. Jh. manifestiert sich die gestiegene Bedeutung des Handwerks auch in der Übernahme von Aufgaben in der kommunalen Selbstverwaltung. Dieser steigenden Bedeutung des Handwerks entsprach die Organisation in Innungen - Grundlage eines übergreifenden Produzenten- und Konsumentenschutzes. Nach den massiven Verlusten an historischer Bausubstanz durch die Zerstörungen des 20. Jh. ist heute in Jena nur noch etwa 1 % Prozent des mittelalterlichen Baubestandes erhalten. Bei genauerem Hinsehen lassen sich jedoch auch an diesen wenigen Zeugnissen noch zahlreiche Hinweise auf die Tätigkeiten und Techniken mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handwerker finden. Diese Spuren werden durch Befunde ergänzt, die im Zuge der archäologischen Grabungen im Vorfeld von Sanierung und Neubebauung zutage traten. Der Vortrag begibt sich auf eine spannende Spurensuche.

Dieser Vortrag findet im Rahmen des Begleitprogrammes zur Ausstellung

"Archäologie im Wandel der Zeit"

statt.

Über die Ausstellung:

Die Sammlung Ur- und Frühgeschichte ist ein Hort archäologischer Funde aus über 150 Jahren Forschungstätigkeit. Sie umfasst 45.000 Inventargruppen aus Mitteldeutschland, Mitteleuropa und sogar von fernen Kontinenten. Doch die Sammlung ist viel mehr als eine bloße Anhäufung von Funden: Historische Dokumente, Grabungstagebücher, Zeichnungen, Fotografien und ein umfangreiches Fundstellenverzeichnis Thüringens zeugen von einer tief verwurzelten archäologischen Forschungstradition an der Friedrich-Schiller-Universität.

Auch im 21. Jahrhundert ist die Sammlung ein Mittelpunkt archäologischen Wirkens in Jena. Nicht nur in der Ausbildung Studierender oder bei Ausstellungen, auch im Rahmen moderner Forschungen spielt sie eine zentrale Rolle. Ob zu Untersuchungen der älteren Eisenzeit in Mittelitalien, Forschungen zu spätbronze- und eisenzeitlichen Zentralorten im mittleren Saaletal oder der Ergründung der frühesten Geschichte der Universität Jena selbst - ohne die Sammlung Ur- und Frühgeschichte wären derlei Projekte undenkbar.

Das umfangreiche Inventar der Sammlung Ur- und Frühgeschichte bedarf einer besonderen Fürsorge. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, einen Großteil des gesamten Fundmaterials einer systematischen und umfangreichen Reinigung und Neuverpackung zu unterziehen. Den erfolgreichen Fortschritt nehmen wir uns zum Anlass, Ihnen mit unserer studentischen Ausstellung nicht nur die wechselvolle Geschichte der Sammlung und ihrer Erforscher zu präsentieren, sondern auch einen Einblick in die größte Pflegeaktion der Sammlung seit ihrem Bestehen zu geben.


Allgemeine Informationen:

Wo?: Die Ausstellung ist im Ausstellungskabinett der Universität (Universitätshauptgebäude, Fürstengraben 1) zu sehen (R 0.25)
Wann?: Montag bis Freitag von 11.00-16.00 Uhr geöffnet.
Dauer: 14.11.2018 bis 01.02.2019 (zwischen dem 24.12.2018 und dem 04.01.2019 bleibt die Ausstellung geschlossen).

Führungen:

Öffentliche Führungen finden jeweils am 24.11., 15.12., 19.01. und 26.01. (samstags) um 14 Uhr statt. Am 28.11. und 12.12. finden zudem Führungen am Mittwoch 18.00 Uhr statt.
Weitere Termine sind nach Absprache ebenfalls möglich. Anfragen können an das Sekretariat des Seminars für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie telefonisch (03641 9 44890) oder per Mail gerichtet werden.


Vorträge im Rahmen des Begleitprogrammes:

29.11.2018, 18.00 Uhr, UHG (HS 235) "Der Karlsgraben - größte Baustelle des frühen Mittelalters?" (Dr. Lukas Werther, Universität Jena).

04.12.2018, 19.30 Uhr, Vortragssaal des Thüringischen Landesdenkmalamtes (Humboldtstraße 11, 99423 Weimar) "Der Alte Gleisberg - ein bronze- und eisenzeitlicher Zentralort an der Saale" (Prof. Dr. Peter Ettel/Dr. des. Enrico Paust, beide Universität Jena).

10.01.2019, 18.00 Uhr, UHG (HS 235) "Der Veitsberg - Herrschaftssitz auf Zeit" (Dr. des. Petra Wolters, Universität Jena/Bad Neustadt a.d. Saale).

17.01.2019, 18.00 Uhr, UHG (HS 024) "Von Nadlern, Töpfern, Glockengießern - städtisches Handwerk in Jena im 13.-16. Jahrhundert" (Dr. des. Matthias Rupp, Stadtarchäologie Jena).