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V O R G E S C H I C H T E

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Das Projekt

Der Alte Gleisberg liegt im Saale-Holzland-Kreis etwa 10 km nordöstlich vom Stadtzentrum Jena im namengebenden Gleisetal, einem Seitental der Saale. Er ist ein weithin sichtbarer 350 m hoher Inselberg, der etwa 200 m über dem umliegenden Talboden aufragt und schon durch seine Lage in der Vor- und Frühgeschichte als Höhensiedlung prädestiniert war. Das Plateau hat eine Größe von etwa 500 x 250 m mit unregelmäßig dreieckigem Grundriss von etwa 6,9 ha Gesamtausdehnung.

Frühe Nutzungsphasen des Alten Gleisbergs sind sowohl für das Neolithikum (LBK sowie Jung- und Endneolithikum) als auch die Bronzezeit (Frühe Bronzezeit und vor allem mittlere/jüngere Urnenfelderzeit) belegt. Während sich für die ältere Hallstattzeit ein Rückgang des Fundniederschlags beobachten lässt, folgt in der Späthallstatt- und vor allem der Frühlatènezeit eine weitere intensive Nutzungsphase auf dem Alten Gleisbergs. Für die mittlere und späte Latènezeit (Lt C, D) lässt sich ebenfalls Fundniederschlag verzeichnen. Folgend ist eine Nutzung erst wieder im 9./10. Jahrhundert belegbar, wenngleich sich deren Umfang zurzeit nicht recht einschätzen lässt.

Die Erforschung des Alten Gleisberg  setzte im 19. Jahrhundert mit Untersuchungen von F. Klopfleisch (1831-1989) ein, die unter anderem von G. Eichhorn (1862-1929) und G. Neumann (1902-1972) fortgeführt wurden.
Seit 2004 wird der Alte Gleisberg in einem gemeinsamen Forschungsprojekt der Institute für Ur- und Frühgeschichte, Geografie, Geologie und Geophysik der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersucht. Im Mittelpunkt der Arbeiten steht zum einen die Frage nach dem genauen zeitlichen Ablauf der Besiedlung sowie deren Intensität und Form, zum anderen gilt es die landschafts- und naturräumlichen Auswirkungen der Besiedlung zu untersuchen. Aus diesen Gründen werden in alljährlichen Kampagnen geophysikalische Prospektionen, Ausgrabungen und Bohrstocksondagen durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchungen war es unter anderem möglich, das bisherige Fundspektrum, das vorwiegend aus Aufsammlungen stammt, um stratifizierte und aus Befundkontexten (vor allem Siedlungs- und Pfostengruben) stammende Funde zu erweitern.

Seit 2012 ist das von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte denkwerkPROJEKT »Lernen an anderen Orten« in das universitäre Forschungsprojekt zum Alten Gleisberg integriert und soll Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe eine erste Annäherung an die Methoden archäologischer und naturwissenschaftlicher Disziplinen ermöglichen.

Kontakt

Projektleitung (Teilgebiet Archäologie): Prof. Dr. Peter Ettel
Projektkoordination: Dr. des. Enrico Paust
Laufzeit: Seit 2004
Mitarbeiter:Dipl. Ing. Ralf Kreutzmann
Kontakt,

Fördernde und mitwirkende Institutionen

» ML Service GmbH

» Robert-Bosch-Stiftung

» Freistaat Thüringen - Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

» FSU Jena - Institut für Geographie, Lehrstuhl für Bodenkunde

» FSU Jena - Institut für Geowissenschaften, Lehrstuhl für Allgemeine Geophysik

» Leibnitz-Institut für Photonische Technologien (IPHT Jena)