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H O C H M I T T E L A L T E R L I C H E R  Z E N T R A L O R T

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Projektbeschreibung

Mit den Ausgrabungen der 1970 und 1990er Jahre in Karlburg war es erstmals in Unterfranken möglich, Strukturelemente eines Königshofes zumindest zum Teil archäologisch zu erfassen. Hier existierte ein Komplex von Höhenburg, Talsiedlung und Kloster. Die Siedlung gewährleistete die Versorgung der politisch bedeutenden Burg, die im Gegenzug dem Marienkloster und der Siedlung Schutz bot. Die ungewöhnlich große Talsiedlung zeigt eine kontinuierliche Besiedlung vom ausgehenden 6. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. In ihr bestanden ein Kloster, Hafenanlagen, ein handwerklich-gewerblich genutztes Areal mit Grubenhäusern im östlichen Teil und ein Bereich mit ebenerdiger Pfostenbebauung als Wohnhäuser oder Ställe bzw. Scheunen westlich davon. Es handelte sich um einen überregional bedeutenden Zentralort bzw. Handels- und Umschlagsplatz, der durchaus Vergleiche mit frühstädtischen Anlagen bzw. Entwicklungen im frühmittelalterlichen Ostseebereich, bei westfränkischen Klöstern oder karolingisch-ottonischen Königshöfen und Pfalzen zuläßt.

Als durch den geplanten Bau einer Umgehungsstrasse mit neuer Mainbrücke weitere Rettungsgrabungen im Südbereich der Siedlung notwendig wurden, waren neben Mitarbeitern des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dienststelle Würzburg, und zahlreichen freiwilligen Helfern auch jeweils 10 Studierende aus Jena im September 2002 und März 2003 an den Untersuchungen beteiligt.

Aktuellste Forschungen zum Wasserweg Mittelmain sowie zum möglichen Hafenstandort in der Karlburger Talsiedlung finden zuzeit im Rahmen des DFG-geförderten SPP 1630 "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter" statt.

Vgl. hierzu auch die Informationen auf den Webseiten der Stadt Karlstadt sowie die Artikel in Wikipedia, der freien Enzyklopädie, zur Karlsburg und der Talsiedlung Karlburg.

Kontakt 

Projektleitung: Prof. Dr. Peter Ettel
MitarbeiterInnen: Prof. Dr. Klaus Kerth, (Lehrstuhl für Zell- und Entwicklungsbiologie der Uni Würzburg), Prof. Dr. Hansjörg Küster (Institut für Geobotanik der Universität Hannover), Prof. Dr. Barbara Sponholz (Institut für Geographie der Universität Würzburg), Roman Grabolle (GWZO der Universität Leipzig), Bettina Klare, M.A. (Jena), Ralf Obst, M.A. (Karlstadt)
Laufzeit: seit 2002
Kontakt:

Fördernde und mitwirkende Institutionen 

» Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Dienststelle Würzburg
» Stadt Karlstadt
» Historischer Verein Karlstadt e.V.